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Maria Anna Walburga Ignatia Mozart - "Nannerl"

Die Mutter von Nannerl und Wolfgang Amadeus Mozart, Anna Maria Walburga Pertl wurde
1720 am ersten Weihnachtstag in der Ischlerstraße, unweit des Café Nannerl geboren.
Nach dem Tod ihres Vaters zog sie 4-jährig nach Salzburg, wo sie später die Frau Leopold
Mozarts und Mutter der beiden begnadeten Kinder Nannerl und Wolfgang wurde.
W.A.Mozart selbst war nie in St. Gilgen und er hat sein Versprechen gegenüber seine
Schwester, sie zu umarmen und ihr "hundert Busserl und Schmatzerl auf ihr wunderbares
Pferdegesicht" zu geben, nie eingelöst.
Maria Anna Walburga Ignatia, "Nannerl", Mozart, die Schwester von W.A. Mozart, kehrte mit 33 Jahren als Frau des St. Gilgener Ortsrichters genau in das Geburtshaus ihrer Mutter
zurück. Sie heiratete am 23. August 1784 den Pfleger und Rath Herrn Johann Baptist
Berchtold von Sonnenburg.
Nannerl musste zu Gunsten ihres Bruders auf eine eigene Karriere verzichten. Dennoch neidete sie ihm den Erfolg nicht. Die "allerliebste Schwester", die "carissima sorella", die "Schwester
Canaglie mit dem wunderbarem Pferdegesicht", wie Wolfgang sie liebevoll nannte, war stets sein Vertraute. Am 18. August 1784 gab
er seiner Schwester zu ihrer bevorstehenden Vermählung folgenden freundschaftlichen Rat:
"Du wirst im Ehestand viel erfahren
was dir ein halbes räthsel war;
bald wirst du aus Erfahrung wissen,
wie Eva einst hat handeln müssen
daß sie hernach den kain gebahr.
doch schwester, diese Ehestands Pflichten
wirst du vom Herzen gern verrichten,
den glaube mir, sie sind nicht schwer;
doch Jede Sache hat zwo Seiten;
der Ehestand bringt zwar viele freuden,
allein auch kummer bringet er.
drum wenn dein Mann dir finstre Mienen,
die du nicht glaubst zu verdienen,
in seiner üblen Laune macht:
So denke, das ist Männergrille,
und sag: Herr, es gescheh dein wille
beytag - und meiner by der Nacht."
Auf Nannerls Urteil legte Mozart größten Wert, ihre eigenen Kompositionen, von denen leider keine erhalten sind, fanden das Lob
des Bruders. "Ich habe mich recht gewundert, daß du so schön Componiren
kanst, mit einem wort, das lied ist schön, und probiere
öfter etwas", ermunterte er sie zu weiteren Versuchen in seinem Brief vom 7. Juli 1770 aus Rom.
Wolfgang Amadeus Mozart schrieb seiner Schwester Nannerl zum 31. Geburtstag folgendes Gedicht:
"Glücks=Wunsch Beim Punsch!
Ich bin heut ausgegangen, Du wußtest nicht warum.-
Ich kann nu so viel sagen, das es geschah darum,
Um dich mit etwas kleinem ein wenig zu erfreu'n,
Wobei ich weder Kösten, noch Fleiß noch Müh wollt' scheu'n,-
Ich weiß zwar nicht gewieß, ob Du den Punsch magst trinken,
O! Sage doch nicht - Nein, - sonst möchte' das Bindband stinken;
Ich dachte so bei mir, Du liebst die Engeländer,
Denn liebtest du Paris, so gäbe ich dir Bänder,
Wohlriechende Gewässer, ein künstliches Bouquet,
Du aber, liebste Schwester, du bist keine Coquette,
Drum nimm aus meiner Hand den guten, kräft'gen Punsch,
Und laß in Dir recht schmecken, das ist mein einz'ger Wunsch.
Salzburg, den 31. Juli 1783
W.A. Mozart m/p. gekrönter Scheiben=poet"
Nach dem Tode ihres Vaters im Jahre 1787 wurde es ruhiger um Maria Anna von Berchtold
zu Sonnenburg. Nannerls Leben in St. Gilgen war ausgefüllt von den Pflichten einer Hausfrau und Mutter. Dennoch stand ein "3 stündiges
Clavierspielen, von 2 bis 5 uhr" auf ihrer
"Tagesordnung". Als Reichsfreiin - Berchtold zu Sonnenburg wurde am 8. Juli 1792 in den
Reichsfreiherrnstand erhoben - lud sie Bekannte und Freunde aus Salzburg zum geselligen
Beisammensein und Musizieren nach St. Gilgen ein.
Die Musik ihres Bruders blieb, obwohl die Beziehungen nach Wien infolge von
Erbschaftsstreitigkeiten getrübt waren, Mittelpunkt ihres Lebens.
Johann Baptist von Berchtold zu Sonnenburg starb am 26. Februar 1801 und wurde auf der
linken Seite in der Ortskirche neben seinen Eltern und seinen zwei ersten Frauen bestattet.
Noch im selben Jahr verließ Nannerl St. Gilgen und übersiedelte nach Salzburg, in das Barisanische Haus (heute Sigmund-HaffnerGasse
12), wo sie ihre letzten 28 Lebensjahre verbrachte. Am 29. Oktober 1829 starb sie, erblindet, in ihrer Wohnung an "Entkräftung" und
wurde auf eigenem Wunsch in der Kommunegruft in St. Peter beigesetzt, wo eine Votivtafel
noch heute an sie erinnert.
[Auszug aus '"Die Mozarts und St. Gilgen" von Frau Johanna Senigl, Internationale
Stiftung Mozarteum, Mozart Museum Salzburg]
Sie können dieses 40-seitige, reich bebilderte Heft gerne bei mir beziehen, am besten
gleich zusammen mit der Publikation zum Mozartjahr 2006: Das Mini-Buch Mozart-Dorf St. Gilgen - es lohnt sich!
Die beiden im Café Nannerl ausgehängten Bilder von Nannerl als Kind und Nannerl als Ehefrau von Sonnenburg stellen aufwändige
Reproduktionen von den beiden im Mozartmuseum in Salzburg hängenden Originalen dar.
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